Am 22. August 2026 demonstrierten rund 80 Menschen unter dem Motto „Entschlossen gegen den Rechtsruck – den Faschisten die Straße nehmen!“ in Elmshorn.

Den Demonstrant*innen lässt sich nicht vorwerfen nur Schönwetter Demonstrant*innen zu sein, da die Demonstration sich doch zeitweise durch strömenden Regen mit starkem Wind vom Bauerweg, über den Alten Markt bis zum Holstenplatz bewegte.

Von Passant*innen wurde die Demonstration gemischt aufgefasst, von Zustimmung bis Ablehnung. In Gesprächen mit kritischen Passant*innen wurde eingeräumt, die Ideen der AfD werden für die Menschen hier keine Verbesserung der Lebensbedingungen sorgen. Auch das Anliegen der Demonstration und die in Redebeiträgen vorgebrachten Argumentation sei schon richtig und kommt allen Menschen zugute. Erschreckend war, dass man auch in wenigen Sätzen auf offene Verherrlichung vom Nationalsozialismus treffen musste.

Die von der Autonomen Antifa Elmshorn organisierte Demonstration war eine gute Gelegenheit einmal in einem anderen Rahmen aktiv zu werden und eine gute Ergänzung zu den Offenen Antifa Anlaufstellen im Kreis Pinneberg, wie dem OAT Elmshorn und die Präsenz und Ansprechbarkeit durch Infotische.
Hier dokumentieren wir unseren Redebeitrag:
Moin!
Schön, dass es doch einige hierher geschafft haben, es ist ja heute nicht die einzige Versammlung in Schleswig-Holstein, so finden z.B. in Wedel, in Heide und in Ratzeburg auch Kundgebungen und Demos gegen den Sozialkahlschlag statt.
Oft heißt es „… für eine Demokratie lässt sich leichter kämpfen, solange sie besteht.“
Aber was heißt das eigentlich für uns?
Klar, wir leben in einer Demokratie, aber geht es hier allen gleich gut und gibt es die gleichen Rechte für alle? – Wir würden das verneinen!
Es gibt eine extreme & spürbare Ungleichheit zwischen den Besitzenden und denen die wenig bis nichts ihr eigen nennen können und diese Spaltung wächst immer weiter.
Wenn wir auf die Straße gehen, kann es also keinesfalls darum gehen, dass wir ein Status quo verteidigen, sondern wir müssen uns auch genau gegen diesen Ist-Zustand richten, der diese massive Ungleichheit zwischen oben und unten zementiert und weiter vorantreibt, auch mit einem autoritären Staatsumbau werden wir keinen Frieden finden!
Aktuell wird rechte Politik von der Bundesregierung aus der CDU und der SPD unter Friedrich Merz umgesetzt, so wie vorher schon von SPD, Grünen und FDP unter Olaf Scholz, im besonderen wenn man sich die Migrationspolitik anschaut.
Es ist ein Irrglaube, wenn man annimmt, dass diese Parteien, die sich selbst als Mitte bezeichnen, von einer AfD allein dort hingetrieben wurden!
Bei Abstimmungen gab es zwar eine ausgesprochene Brandmauer, zumindest bis zum Zeitpunkt als Merz sie 2025 im Bundestagswahlkampf eingerissen hat, es war aber nie eine Brandmauer gegen Inhalte und Ideen der extrem Rechten, deren parlamentarische Arm die AfD ist.
Es wird von allen genannten Parteien auf einen gleichen Ideenfundus zurückgegriffen und nach unten getreten und geschimpft.
Nicht zuletzt, aktuell beschleunigt durch zahlreiche Krisen, hat die umgesetzte Agenda 2010 von der SPD und Grünen unter Gerhard Schröder, die zu einer großen Anzahl von prekären Arbeitsbedingungen gesorgt hat, für einen Aufstieg der extremen Rechten in Deutschland mit gesorgt!
Der aktuelle Bundeskanzler Friedrich Merz beschimpft die Menschen hier als Faul und möchte weniger Menschen mit Migrationsgeschichte auf den Straßen sehen, inhaltlich ist das auch nichts anderes als das was eine AfD in nur etwas verschärfter Form fordert.
Der Rechtsrutsch ist keine Reaktion auf eine in Anführungszeichen „woke-links“ geworden Mitte, sondern der Entwurf einer herrschenden Klasse.
Sonst wäre weder ein ehemaliger Aufsichtsrat von BlackRock hier Kanzler, noch würde sich der aktuelle reichste Mann der Welt Elon Musk, weltweit für extrem Rechte Parteien stark machen –
alle die nicht gerade in einem übermäßigen Reichtum leben, haben von dieser Politik nichts zu erwarten und erst recht keine sozialen Verbesserungen, außer dass was wir schon kennen, mehr arbeiten, weniger Lohn, gammelige Schulen und Universitäten, marodes Schienen und Straßennetz, steigende Mieten, schlechtere Gesundheitsversorgung, Lebensmittelkosten, die Menschen immer mehr in die sozialen Küchen und Kaufhäuser drängt.
Dabei ist es keineswegs so, dass kein Geld da wäre, es wird nur nicht dafür genutzt die Lebensbedingungen der Menschen hier zu verbessern.
Milliarden Euro wurden für die Rüstungsindustrie locker gemacht, mit dem Versprechen eines wirtschaftlichen Wachstums. Dabei zeigt sich, Investitionen in Umwelt, Bildung und Gesundheit erzeugen zwei bis dreimal höhere konjunkturelle Auswirkungen als in Rüstung. Es ist eine Farce!
Als Antifaschst*innen stand für uns schon immer fest:
Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!
So haben wir uns auch nicht nur bei den jährlichen Demonstrationen und Aktionen rund um den Antikriegstag in Dortmund eingebracht, wo jahrelang Neonazis aufmarschiert sind, sondern haben auch zu den „War starts here“-Camps in der Altmark mobilisiert.
So wie wir uns jetzt auch wieder gegen Rüstung und Wehrpflicht aussprechen und für eine Welt des Frieden eintreten!
Als Antifaschist*innen haben wir uns nie nur direkt Neonazis und anderen extrem Rechten, mit allen nötigen Mitteln in den Weg gestellt, sondern uns in viele weitere soziale Kämpfe eingebracht.
Ob es bei Gipfelprotesten oder Klimaprotesten, schon lange bevor es überhaupt sowas wie „Fridays for Future“ gab.
Ferner kämpfen wir mit der Gewerkschaft am Arbeitsplatz oder im Sportverein, für Mitbestimmung und Gleichberechtigung und gegen rechte Hetze.
Wir müssen uns für mehr Mitbestimmung einsetzen!
Wenn es heißt „… für eine Demokratie lässt sich leichter kämpfen, solange sie besteht.“ sollten wir draus eine Demokratisierung der Demokratie machen, die Gesellschaft wie Politik umfasst!
Nächstes Jahr, im April 2027 wird in Schleswig-Holstein ein neuer Landtag gewählt, nach heutigen Wahlumfragen wird die faschistische AfD in den Landtag einziehen.
Und auch das ist Rechtsrutsch! Am 17.10.2020 führ der Neonazi und AfD Mitglied Melvin Schwede, bei eine rechten und rassistischen Auto-Attacke gezielt vier Antifaschist*innen mit einem Auto auf dem Gehweg um, am Rande einer AfD Veranstaltung im Bürgerhaus Henstedt-Ulzburg, nur durch Zufall wurde niemand tödlich verletzt. Bis heute ist die Gemeinde und die Parteien nicht Willens, weitere AfD Veranstaltungen im Bürgerhaus zu untersagen, obwohl anders als von ihnen behauptet sie die Möglichkeit dazu haben.
Heute vor genau 46. Jahren wurden in Hamburg von Neonazis der „Deutsche Aktionsgruppen“ die zwei vietnamesischen Bewohner der Geflüchtetenunterkunft Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân bei einem Brandanschlag ermordet.
Auch ihnen möchten wir an dieser Stelle Gedenken. Châu und Lân gelten als die ersten bekannten Opfer rassistischer und rechtsterroristischer Gewalt in Westdeutschland.
Lasst uns dafür sorgen, dass es die AfD so schwer wie nur möglich hat, sowohl vor als auch nach der Wahl, egal wie sie ausgeht.
AfDler und die die sie wählen, sollen und müssen spüren, dass sie und ihre Ideen nicht erwünscht sind.
Nicht im Sportverein, auf der Arbeit, auf der Straße – Der AfD unsere absolute Ablehnung entgegen bringen!
Antifaschistisch stabil gegen den Rechtsrutsch aller Parteien – und ihren Fans – Für die Freiheit aller Menschen – Gegen den Tod!
Siamo tutti Antifascisti!