Aufruf zu einer Woche der Solidarität mit den Betroffenen des rechten Tötungsversuch in Henstedt-Ulzburg!

Am 17. Oktober 2021 jährt sich der rechte Tötungsversuch an Antifaschist*innen in Henstedt-Ulzburg zum ersten Mal. – Wir rufen zu einer Woche der Solidarität mit den Betroffenen vom 11.10. bis 17.10.2021 auf!

Am 17.10.2020 ist der AfD-Anhänger Melvin Schwede am Rande einer Veranstaltung der AfD im „Bürgerhaus“ in Henstedt-Ulzburg, welches immer wieder ein Veranstaltungsort der extrem rechten Partei ist, gezielt mit einem Pick-Up in vier Antifaschist*innen, die sich auf dem Gehweg befanden, gefahren. Bei diesen Angriff hat der Täter, wenn ggf. nicht beabsichtigt, dann billigend den Tod unserer Freund*innen und Genoss*innen in Kauf genommen. Die betroffenen Menschen dieses rechten Anschlags, der von der Polizei am Anfang als „Unfall“ verharmlost wurde, befinden sich teilweise bis heute in ärztlicher Behandlung. Erst durch antifaschistischen Protest und Druck von der Straße, wurde der rechte Tötungsversuch auch als solcher benannt. Erst nach mehr als acht Monaten hat die Staatsanwaltschaft unter anderem, wegen versuchten Totschlag, gegen den Täter Anklage erhoben. Das der Angriff im Umfeld einer AfD-Veranstaltung passierte ist kein Zufall, erst kurz vor der Bundestagswahl am 26.September 2021 wurde noch mal deutlich, die AfD ist der parlamentarische Arm des Rechtsterrorismus. In Idar-Oberstein erschießt ein AfD-Anhänger einen 20-jährigen Tankstellenmitarbeiter, weil er auf die Maskenpflicht hingewiesen hat. Rechte Gewalt war trotzdem im Wahlkampf kein Thema, dabei gibt es Fälle genug: Der NSU-Komplex ist auch nach fast 10 Jahren Selbstenttarnung nicht aufgeklärt. Unzählige Fälle von Nazis und Rassist*innen in Polizei, Bundeswehr, ein sogenannter „Verfassungsschutz“ der die Rechte-Szene aufgebaut hat, der Mord an Walter Lübcke durch einen AfD-Wahlkampfhelfer, der rassistisch Mordversuch in Wächtersbach, der Anschlag auf die Synagoge in Halle, der Anschlag in Hanau, der Messerangriff duch ein AfD-Mitglied in Freiburg, der rechte Tötungsversuch in Henstedt-Ulzburg, um nur einige von vielen Fällen und Betroffenen zu nennen. Mit Bundesweit 10,3 % der Stimmen ist die AfD wieder im Bundestag vertreten. Das bedeutet vier weitere Jahre Faschist*innen im Bundestag, weitere vier Jahre Jobs und Geld für den Aufbau einer extrem rechten Szene. Es wird an uns Antifaschist*innen liegen, die extrem Rechten aus dem Parlament, von den Plätzen, Kneipen, Schulen, Unis, Fabriken, Büros, Straßen zu vertreiben und ihnen die Räume zu nehmen. Wir brauchen einen erfolgreichen Antifaschismus! Packen wir es an! Antifaschismus ist notwendig!

Nieder mit der AFD! Tod dem Faschismus!

Nutzt die Woche vom 11.10. bis 17.10.2021 für Solidaritäts-Aktionen für die Betroffenen des rechten Tötungsversuch in Henstedt-Ulzburg – Soldarität ist unsere Waffe!

Henstedt-Ulzburg war kein Unfall! Rechten Terror stoppen! Freiheit für alle Antifaschist*innen!

Die AfD trifft sich wieder im “Bürgerhaus” in Henstedt-Ulzburg

+++ Ab 19 Uhr gibt es Protest gegen die Wahlkampfveranstaltung der Landesverbände
Hamburg und Schleswig-Holstein. Unter anderem sollen Alexander Gauland (AfD-Ehrenvorsitzende), Bernd
Baumann (Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion), Dirk Nockemann (AfD-Hamburg), Uwe Witt (Zur Bundestagswahl auf AfD-Listenplatz 1 in Schleswig-Holstein / Im September 2019 forderte er ein Verbot der SPD) und Joachim Schneider (stellv. AfD-Landesvorsitzende Schleswig-Holstein und stellv. vom Faschisten Maximilian Holstein AfD-Elmshorn) +++

Am Mittwoch, den 18.08.2021 wird das „Bürgerhaus“ in Henstedt-Ulzburg wieder zum Treffpunkt von extrem Rechten, Verschwörungstheoretiker*innen, Klimawandelleugner*innen, Antisemit*innen und Rassist*innen.

Wieder können sich die Mitglieder der faschistischen AfD in den Räumlichkeiten der Gemeinde treffen und organisieren. Die Gemeinde ist, obwohl es die Möglichkeit gibt, bis jetzt nicht willens, die Satzung zu ändern und so der AfD die Räumlichkeiten zu nehmen. Zum Beispiel durch einen gemeinsamen Beschluss von der Wählergemeinschaft „Bürger Für Bürger“- Henstedt-Ulzburg, Bündnis 90 / Die Grünen, CDU, FDP, SPD und Wählergemeinschaft Henstedt-Ulzburg für Bürgermitbestimmung – Mittlerweile ist das „Bürgerhaus“ in Henstedt-Ulzburg über die Landesgrenzen von Schleswig-Holstein bekannt, als ein beliebter Treffpunkt für die Menschenfeinde der AfD.

Es ist die AfD, die der Mörder vom Regierungspräsidenten und CDU-Mitglied Walter Lübcke im Wahlkampf in Kassel unterstützte. Weiterhin hat er AfD-Veranstaltungen besucht die denen im „Bürgerhaus“ ähneln.
Es ist die selbe AfD, deren Demonstrationen er besuchte und deren Wahlplakate er auf hing. Der Mörder von Walter Lübcke hatte in der AfD eine Heimat gefunden. Dieser AfD ermöglicht die Gemeinde Henstedt-Ulzburg, dass sie sich weiter organisieren kann.

Vergessen wir auch nicht, dass am 17.10.2020 ein AfD-Anhänger in Henstedt-Ulzburg versucht hat vier Antifaschist*innen am Rande einer Veranstaltung der AfD mit einem Auto zu überfahren und dabei zumindest den Tod der Betroffenen billigend in Kauf genommen, wenn nicht sogar beabsichtigt hat. Die Betroffenen dieses rechten Anschlags, der von der Polizei am Anfang als „Unfall“ verharmlost wurde, befinden sich bis heute in ärztlicher Behandlung. Dieser AfD öffnet die Gemeinde Henstedt-Ulzburg regelmäßig die Türen des „Bürgerhaus“.

So oder so rechte Treffpunkte dichtmachen! Packen wir es an: „Sellhorns-Gasthof“ in Tangstedt (Kreis Pinneberg), „Zum alten Bahnhof“ in Nordhastedt und das „Bürgerhaus“ in Henstedt-Ulzburg – kein Rückzugsort für Rechte und ihre Ideen! Nieder mit der AfD!

Man muss auch Mal woandershin – Zwönitz – für eine solidarische Praxis!

Am 31. Juli fanden sich 350 Menschen in Zwönitz zur antifaschistischen Demonstration ‚Schicht im Schacht – faschistische Normalisierung durchbrechen‘ zusammen. Hier gibt es einen Bericht zur Demo.
https://twitter.com/luna_le/status/1421510403734048775
Wir möchten hier noch unsere Rede dokumentieren die auf der Demonstration gehalten wurde:

Moin,

zuerst möchte ich den Genoss*innen dafür danken, dass ich hier zu euch sprechen kann.
Ich freue mich über jeden einzelnen Menschen der heute vor Ort ist, um die Wut über die Zustände in Zwönitz auf die Straße zu tragen.

Ich berichte euch von einem rechten Anschlag, den es letztes Jahr, etwa 30 Kilometer von Hamburg entfernt, in Schleswig-Holstein gegeben hat.
Bei dem es nur durch Zufall und Glück nicht zu Toten gekommen ist.

Am 17. Oktober 2020 ist der Faschist und AfD-Anhänger, Melvin Schwede, am Rande einer AfD-Veranstaltung in Henstedt-Ulzburg gezielt mit einem Pick Up in Antifaschist*innen gefahren, die sich auf dem Gehweg befanden.
Betroffene und Zeug*innen beschrieben die Tat so:
„Der Fahrer lenkte seinen Pick Up aus dem Stand auf den Gehweg und beschleunigte.
Zwei Menschen versuchten auf die Grünfläche zu gelangen, der Fahrer lenkte seinen Wagen auch auf diese und erfasste Beide.
Unvermittelt fuhr er weiter und erfasste nach circa 10 Meter eine weitere Person.
Der vierte Mensch konnte sich zur Seite retten.“
Melvin Schwede und seine Begleiter*innen wurden zuvor von einer Gegenkundgebung verwiesen, nachdem sie dort durch rechte Sprüche und dem kleben faschistischer Sticker aufgefallen waren.
Die Polizei vor Ort sprach nach dem rechten Anschlag an den Genoss*innen lediglich von einem Unfall.
Etliche Medien griffen die verharmlosende Darstellung der Polizeipressemitteilung auf.
Bis heute befinden sich die Betroffenen in ärztlicher Behandlung.
Erst durch antifaschistischen Protest und Druck von der Straße, wurde der rechte Tötungsversuch auch als solcher benannt.
Nach mehr als acht Monaten hat die Staatsanwaltschaft nun, unter anderem wegen versuchten Totschlag, gegen Melvin Schwede Anklage erhoben.
Dieser Druck muss weiter Aufrechterhalten werden!
So freuen sich die Betroffenen über Solidaritätsbekundungen jeglicher Art.
Uns als Unterstützer*innen der Betroffenen so wie den Betroffenen selbst geht es nicht um eine hohe Strafe für den Täter.
Uns und ihnen geht es darum, dass der Anschlag als ein rechter Angriff auf ihr Leben behandelt wird.
Auch von der Justiz!

Weitere Infos zu diesen rechten Tötungsversuch findet ihr unter dem Hashtag HenstedtUlzburg.
Bei YouTube auf dem Kanal von Mission Lifeline, unter dem Titel
„Der Anschlag – Terror in Henstedt-Ulzburg“ wo zwei Betroffene interviewt werden
unter tatorthu.noblogs.org
und unter antifapinneberg.noblogs.org

Wir brauchen eine solidarische Praxis und sind froh euch heute hier in Zwönitz unterstützen zu können.
Wir müssen den Faschist*innen ihre Präsenz überall streitig machen.
Es hat sich gezeigt das Worte oft nicht die schlagkräftigsten Argumente sind und auch oft nicht ausreichen.
Wir brauchen die Auseinandersetzung mit den Ursachen für das Erstarken von rechten Bewegungen und Parteien.
Wir brauchen die Auseinandersetzung wie man sie erfolgreich bekämpft!
Wir solidarisieren uns mit allen die von rechter Gewalt betroffen sind!

Ob in Pinneberg der Hamburger NPD-Landesvorsitzende Lennart Schwarzbach mit den Coronaleugner*innen spazieren geht oder ob sich zahlreiche Parteinazis und rechte Hooligans in Zwönitz mit diesen verbünden.
Es ist Schicht im Schacht!
Und auch gerade jetzt im Bundestagswahlkampf kann es aus antifaschistischer Sicht nur heißen:
Nieder mit der AfD! Nieder mit der NPD und all ihren Unterstützer*innen!

Packen wir es an! Antifaschismus ist notwendig!
Solidarität mit allen Betroffenen von rechter Gewalt!
Freiheit für alle Antifaschist*innen!
Tod dem Faschismus!

https://twitter.com/antifa_dresden/status/1421517839924666370

Bericht zur Bündnis-Demo in Henstedt-Ulzburg

Am Samstag den 17. Juli 2021 sind wir bei der Bündnis-Demo >> Henstedt-Ulzburg war kein Unfall! Rechten Terror stoppen! << zusammen mit rund 400 Antifaschist*innen durch Henstedt-Ulzburg gezogen, um an den rechten Mordversuch in der Gemeinde vor 9 Monaten zu erinnern. (Link zum Demo-Aufruf und Hintergrund zum Täter Melvin Schw.)

Gegen 14 Uhr setzte sich die Demo unter lautstarken antifaschistischen Parloen in Bewegung, vorab gedachte der Demozug noch unserer verstorbenen Genossinnen Esther Bejarano mit einer Schweigeminute.

Am Rande wurde die Demo immer wieder von Anwohner*innen bepöbelt und der Demonstration der Mittelfinger entgegen gestreckt. Erwähnenswert aber jedoch auch, die freundlichen und wirkenden Menschen an ihren Fenstern.

Bei der Auftakt, Zwischen- und Endkundgebung wurden jeweils aus den beteiligten Bündnissen aus Henstedt-Ulzburg, dem Kreis Pinneberg, Segeberg, Hamburg
und Norderstedt reden gehalten. Ein Betroffener des Anschlags hat gesprochen und von seiner derzeitigen Situation erzählt.

Zeigen wir weiter gemeinsam auf, eine Welt ohne Faschismus ist möglich, es liegt an uns!

Bezugnehmend auf all die Soliaktionen die uns aus der ganzen Welt erreicht haben und noch immer erreichen. Habt herzlichen Dank dafür! Eure Aktionen geben Kraft den Anschlag zu verarbeiten und sie geben Hoffnung, auf eine bessere, schönere Welt für uns alle!

Lassen wir keinen Menschen alleine, kämpfen wir weiter gemeinsam für das schöne Leben für alle!

An dich Esther: Unser gemeinsamer Kampf geht weiter, möge die Welt dir leicht sein!

Siamo tutti Antifascisti!

Auch Alexander Hoffmann, Rechtsanwalt einer betroffenen Person ordnete den Mordversuch an seinem Mandanten und drei weiteren Antifaschist*innen in seiner Rede noch mal ein und wies daraufhin, wie wichtig antifaschistischer Protest und die Solidarität mit den Betroffenen ist.

Wir dokumentieren auch noch unsere
Rede die wir am Ende der Demonstration gehalten haben.

Genau heute ist es 89 Jahre her, dass rund 7.000 Nazis, in Uniformen der SA und SS, aus Schleswig-Holstein und Hamburg als Demonstration durch die selbständige Stadt Altona gezogen sind.
Aktivist*innen der Antifaschistischen Aktion versuchten vergeblich den Aufmarsch im Vorfeld zu verhindern.
Anstatt die Anwohner*innen zu schützen, rief der Polizeipräsident und SPD-Reichstagsabgeordnete Otto Eggerstedt dazu auf, die Stadt zu verlassen.
Die Polizeiführung samt Otto Eggerstedt ging mit „guten Beispiel“ voran und machten an diesem Tag Urlaub.
Nach dem es am Rande des Naziaufmarsches zu Auseinandersetzungen mit wütenden Anwohner*innen kam und durch zwei Schüsse, wer sie abgegeben hat ist bis heute nicht geklärt, zwei Nazis tödlich verletzt wurden, eröffnete die Polizei das Feuer auf unbeteiligte Anwohner*innen und ermordete 16 von ihnen.
Die Polizei und die Politik der Weimarer Republik erfanden das Märchen von „kommunistischen Heckenschützen“ die auf den Naziaufmarsch und die Polizei geschossen haben. Das der Naziaufmarsch als Provokation im Roten-Altona wahrgenommen wird war vorauszusehen, zumal erst am Wochenende zuvor zwei Kommunisten und zwei Sozialdemokraten durch NSDAP-Mitglieder ermordet wurden.
Die Ermittlungen die von der Justiz der Weimarer Republik geführt wurden, also noch vor der Machtübergabe an die NSDAP, vertrat die These von einem „kommunistischen Komplott“, sie schafften die Grundlage für die Todesurteile und Ermordung von August Lütgens, Walter Möller, Karl Wolff und Bruno Tesch am 1.August 1933 und führten für viele andere zu langen Haftstrafen.
Eine Täterschaft der Verurteilten konnte nicht nachgewiesen werden, allen wurde wegen Beteiligung an einem „kommunistischen Komplott“, in verschiedenen Prozessen verurteilt.

Otto Eggersstedt der den Aufmarsch hätte einschränken oder verbieten können wurde noch im Jahr 1933 zu einem frühen Opfer des Nazi-Terrors, erschlagen im KZ-Esterwegen. Erst am 13. November 1992 wurde das Urteil gegen Lütgens, Möller, Wolff, Tesch aufgehoben.
Am 21. Juni 1996 und am 29. Juni 1998 wurden die Urteile aus einem zweiten und dritten Prozesses aufgehoben, weitere Unrechtsurteile aus drei weiteren Prozessen sind bis heute noch nicht aufgehoben.

Am 17.10.2020 fand hier in Henstedt-Ulzburg zum wiederholten Mal eine Veranstaltung der faschistischen AfD statt.
Auch wenn die Verwaltung und Politiker*innen dieser Gemeinde es nicht durchsetzen, auch sie haben die Möglichkeit der AfD nicht mehr die Gemeinderäumlichkeiten zu überlassen – wenn sie es den wollen würden.
Die Stadt Pinneberg hat in Schleswig-Holstein doch Anfang 2020 vorgemacht wie schnell es möglich ist Nutzungsbedingungen zu ändern, zumindest wenn es gegen antifaschistisch engagierte Jugendliche geht. Denen wurde Anfang 2020 die Nutzung des Geschwister-Scholl-Haus, dass örtliche Jugendzentrum in Pinneberg verboten.
Die Jugendlichen organisierten dort ein Antifa-Café unter anderem mit Zeitzeugengesprächen, Infoveranstaltungen zur Seenotrettung, Klimawandel und weitere, wichtige Themen.

Jetzt gibt es kein Antifa-Café mehr – der Preis ist, es gibt keine offene Kinder und Jugendarbeit mehr in Pinneberg, bzw. es findet eine Kinder und Jugendarbeit statt von Gnaden der Bürgermeisterin Urte Steinberg, Pinneberg ist bereit das als Preis zu Zahlen – damit es das Antifa-Café der Jugendlichen in der Form wie es dort war, nicht mehr gibt.

Wir haben mit Unverständnis war genommen, das die faschistische AfD auch weiterhin von der Gemeinde Henstedt-Ulzburg empfangen und die Räumlichkeiten gestellt bekommt.
AfD – die Integrations-Partei, die es gerade wie keine andere schafft verschiedene rechte Spektren anzusprechen und zusammen zu bringen.
Vom Mörder von Walther Lübcke, der für die AfD plakatierte und AfD Demos besuchte, Ku Klux Klan-Aktivisten wie in Norderstedt, der erst auf Druck von außen, die Partei verlassen mussten, Teilnehmer von Combat-18 Feierlichkeiten, Rassist*innen und Antisemit*innen aus FDP und CDU, rechte Polizist*innen, christliche Fundamentalist*innen und sog. „Lebensschützer*innen“, Mitglieder der gewalttätigen und faschistischen Identitären Bewegung usw.
Weitere Milieus werden umworben, so möchte z.B. Tomasz Marius Froelich, lange Jörg Meuthens Büroleiter, eine Schlägertruppe für die AfD zusammen stellen, dafür sucht er Anschluss an HSV-Hooligans, dieser Schlägertrupp soll gegen Antifaschist*innen vorgehen.

Durch rassistische und antisemitische Stimmungsmache ermutigt die AfD Täter*innen wie in Halle, Hanau oder auch den Mörder von neun Menschen am 22. Juli 2016 am Münchener Olympia-Einkaufszentrum zu ihren Taten. Die Täter*innen beziehen sich auf die Positionen dieser Partei.

An Wahlkampfständen der AfD, die an viel zu vielen Orten zwischen der Linken, der CDU, den Grünen, der FDP und der SPD ohne Probleme stehen können und es von außen wie ein demokratischer Wettstreit zwischen den demokratischen Parteien und der faschistischen AfD aussieht, wird einem von der AfD gerne mal zu geraunt was sie mit Antifaschist*innen vorhaben – „wir werden euch weg machen!“

Vor neun Monaten, genau hier in Henstedt-Ulzburg, ist das passiert was sie meinen wenn sie einen zu raunen – „wir werden euch weg machen!“
Wir sind uns sicher, es wird und es ist ja auch schon an anderer Orten wieder passiert, weiter passieren, wir müssen der faschistischen AfD mit einem konsequenten Antifaschismus begegnen!

Die Erfahrungen haben gezeigt das wir uns auf den Staat und die Polizei nicht verlassen können – das hat sich schon 1932 beim Altonaer Blutsonntag gezeigt.
Wie auch, wenn die Polizei rassistisch gegen die Opfer und nicht nach den Täter*innen ermittelt, wie z.B. bei NSU.
Wie auch, wenn die Polzei nicht ans Telefon gehen, wie in Hanau?
Wie auch, wenn fast jede Woche ein neuer rassistischer oder antisemitischer Polizei-Chat mit Hitler-Bildern auffliegt?
Wie auch, wenn wie in Essen die Opfer und nicht der Täter vor Gericht gestellt werden, nach einem Angriff mit einem Auto auf Antifaschist*innen?
Wie auch, wenn wie im Ballstädt-Prozess die Staatsanwaltschaft einen Deal mit den Nazi-Tätern macht und alle mit Bewährung davon kommen?

Wie auch, wenn Polizisten in ihrer Freizeit eine rassistische Hetzjagd auf einen Antifaschist*innen veranstalten, wie in Freiburg?
Wie auch, wenn wie in Henstedt-Ulzburg die Polizei aus dem rechten Tötungsversuch an Antifaschst*innen, als erstes den Anschlag als Unfall verharmlost?

Wir müssen den Faschist*innen ihre Präsenz überall streitig machen, es hat sich gezeigt das Worte oft nicht die schlagkräftigsten Argumente sind und oft nicht reichen.
Es braucht keine weiteren Mitleidsbekundungen, es braucht die Auseinandersetzung mit den Ursachen für das Erstarken von rechten Bewegungen und Parteien.
Es braucht die Auseinandersetzung wie man sie erfolgreich bekämpft – Gummibärchen und Aufkleber und warme Worte werden nicht reichen.
Ein Anfang könnte sein, ihnen die Räume zu nehmen, in Henstedt-Ulzburg das Bürgerhaus, in Tangstedt im Kreis Pinneberg den Sellhorns-Gasthof, in Nordhastedt in Dithmarschen den AfD-Treffpunkt „Zum alten Bahnhof“ usw.

Packen wir es an! Antifaschismus ist notwendig!
Freiheit für alle Antifaschist*innen!
Freiheit für Findus, Freiheit für Jo, Freiheit für Dy, Freiheit für Lina und alle anderen Antifaschist*innen Weltweit.
Solidarität mit allen Betroffenen von rechter Gewalt!

Das neue Antifa Infoblatt (AIB) Nr. 131 ist da

Das neue Antifa Infoblatt (AIB) Nr. 131 ist da Ti­tel­the­ma der 130. Aus­ga­be des An­ti­fa­schis­ti­schen In­f­o­blatts ist: WAFFEN, WAHN und WIRKLICHKEIT – DIE EXTREME RECHTE RÜSTET AUF. Wei­te­re The­men sind unter an­de­rem: Werte Union: Vizechef war Neonazi, Freiburg: AfD-Messerangriff und rassistischer Übergriff, Drei Jahre: Kein Prozess – Kein Urteil – Keine Konsequenzen! – Tatort Fretterode, Der Kopp-Verlag: Das rechte Geschäft mit der Angst, Verschwörungsmythen Kollektivängste & “Querdenken”, EU-Abschottungspolitik am Mittelmeer, Politisch motivierte Polizeispionage, Belgien: Ein rechter Terrorist aus der Armee, Griechenland: Nach der Morgendämmerung kommt die dunkle Realität.

Erhältlich wie immer in den Läden eures Vertrauens ( Infoladen Schwarzmarkt, <a href="http://www.schanzenbuch.de

17.07.2021 Henstedt-Ulzburg / Demo: HENSTEDT-ULZBURG WAR KEIN UNFALL! DEN RECHTEN TERROR STOPPEN

Am 17. Juli 2021 ist es genau 9 Monate her, dass ein AfD-Sympathisant mit einem Pick Up in Henstedt-Ulzburg gezielt Antifaschist*innen auf dem Gehweg umgefahren hat. Bei diesem Anschlag wurden 4 Personen verletzt. Melvin Schwede hat bei dem Anschlag mindestens den Tod der Verletzten billigend in Kauf genommen, wenn nicht sogar beabsichtigt. Auch wir als Antifaschistische Initiative Kreis Pinneberg schließen uns dem Aufruf zur Demo in Henstedt-Ulzburg an und rufen dazu auf sich an der Demo zu beteiligen, bringt Antifa-Fahnen mit und zum Thema passende Transparente. Weiter möchten wir noch darauf hinweisen, dass sich die Betroffenen, die sich zur Zeit zum Teil noch immer in ärztlicher Behandlung befinden, sehr über Solidaritätsbekundungen jeglicher Art freuen, so möchten wir dazu aufrufen, vor allem für alle Menschen denen es u. a. auch wegen der Covid-19 Pandemie nicht möglich ist nach Henstedt-Ulzburg zu kommen, bei sich vor Ort Solidaritätsbekundungen für die Betroffenen der Auto-Attacke zu organisieren.

Ein Bündnis antifaschistischer Gruppen aus Hamburg ruft zur gemeinsamen Anreise von Hamburg nach Henstedt-Ulzburg auf. (Anreise aus Hamburg pünktlich um 12:15 am Reisezentrum Hbf.)

Auch aus Kiel wird eine gemeinsame Anreise zur Demo in Henstedt-Ulzburg organisiert. (Treffen 11.45 Uhr HBF-Kiel, Abfahrt 12.02 Uhr)

Hier der Aufruf von: Henstedter Bündnis für Demokratie und Vielfalt, Bündnis gegen Rechts Kreis Pinneberg, Initiative Segeberg-bleibt-bunt, Hamburger Bündnis gegen Rechts und Bündnis Norderstedt ist Weltoffen.

HENSTEDT-ULZBURG WAR KEIN UNFALL! DEN RECHTEN TERROR STOPPEN

DEMONSTRATION AM 17. JULI 2021, UM 14 UHR
START / ENDE: BAHNHOF HENSTEDT-ULZBURG

RÜCKBLICK:
Bei einer Protestkundgebung gegen eine AfD-Veranstaltung mit dem Parteivorsitzenden Jörg Meuthen am 17.10.2020 im Bürgerhaus in Henstedt-Ulzburg fuhr ein AfD-Sympathisant Antifaschist*innen auf dem Bürgersteig vor dem Kundgebungsgelände gezielt mit seinem Pick-up an und verletzte mehrere von ihnen.

ZUM ABLAUF:
Gegen 17.45 Uhr erschienen vier Männer, die bereits mit rechten Sprüchen und dem Kleben faschistischer Sticker aufgefallen waren, erneut bei der antifaschistischen Kundgebung vor dem Bürgerhaus, obwohl sie schon einmal durch die Polizei des Platzes verwiesen worden waren.Eine Ordnerin wurde auf sie aufmerksam, als sie auf einer Bank saßen und offensichtlich die Teilnehmer*innen der Kundgebung fotografierten/filmten. Sie verwies die Männer des Geländes und begleitete sie an eine Straße vor dem Kundgebungsgelände. Wenige Minuten später rasten zwei der Männer mit einem Pick-up auf einen Bürgersteig und fuhren zwei Demonstrant*innen an, die das Kundgebungsgelände verlassen hatten, um sich etwas zu trinken zu kaufen. Beide wurden bei dem Angriff verletzt.Danach beschleunigte der Fahrer weiter auf dem Bürgersteig und raste auf ein Paar zu, das ebenfalls die Kundgebung besucht hatte und sich gerade auf der Suche nach einem WC befand. Während sich der Mann zwischen zwei parkende Autos retten konnte, wurde die Frau von dem schweren Pick-up erfasst, als sie versuchte wegzulaufen. Sie erlitt schwere Verletzungen. Als einige aufgebrachte Demonstrant*innen am Tatort die Verhaftung des Fahrers forderten, gab ein herbeieilender Polizist völlig unvermittelt einen Warnschuss ab. Hierdurch gefährdete er umstehende Personen und riskierte eine Eskalation der Situation. Wir empfinden die spätere Darstellung der Polizei noch heute als völlig falsch! Die Polizei sprach in ihrer Pressemitteilung von Auseinandersetzungen zwischen Rechten und Linken, in deren Folge es zu einem „Verkehrsunfall“ kam. Für uns handelt es sich um einen rechtsradikalen, lebensgefährlichen Angriff auf Teilnehmer*innen der genehmigten Kundgebung, bei dem sowohl Fahrer als auch Beifahrer in Kauf nahmen, Menschen zu töten! Keine zwei Stunden nach den Geschehnissen war der Täter schon wieder auf freiem Fuß und bis heute ist keine Anklage gegen ihn erhoben worden! Für einen rechtsradikalen Hintergrund spricht, dass sich der Täter Melvin S. (19 Jahre) aus Föhrden-Barl, einem kleinen 300-Seelen Dorf im Kreis Segeberg, schon länger in einem faschistischen Umfeld aus „Identitäre Bewegung“, „Ein Prozent“ und AfD sowie deren Jugendorganisation „Junge Alternative“ bewegte. (Quelle: tatorthu.noblogs.org).

DAS AUTO ALS TATWAFFE?
Es ist kein neues Phänomen: Schon seit etlichen Jahren attackieren Neonazis Menschen, die ihrem Feindbild entsprechen, mit Autos, um sie schwer zu verletzen oder gar zu töten – sie nutzen das Auto als Waffe. Eine Waffe, die leicht zu beschaffen und jederzeit verfügbar ist.

WIE VERHIELT SICH DIE AFD NACH DER TAT? Der zum Kader der AfD gehörende Julian Flak aus Kaltenkirchen unterhält bei Instagram nachweisbaren Kontakt zum Täter. Flak verteilte eine Woche nach dem Anschlag in Henstedt-Ulzburg Flyer der AfD, in denen die Opfer verhöhnt wurden und in denen sich die AfD unter absoluter Verdrehung der Tatsachen zum Opfer linker Angriffe stilisierte. Eine bereits bekannte Vorgehensweise der AfD. Und der AfD-Landtagsabgeordnete Claus Schaffer erwähnte in einer Pressemitteilung den Angriff mit dem Pick-up mit keiner Silbe, beklagte aber, dass die Sicherheitsbehörden bei der AfD-Veranstaltung wegen der „gewaltbereiten Linksextremisten der Antifa“ die Lage teilweise nicht unter Kontrolle gehabt hätten. Angesichts der bis zu der Tat völlig ruhig abgelaufenen Kundgebung eine Lüge. So schürt man gezielt Angst und Vorurteile in der Bevölkerung!

DEN AFD-LÜGEN ENTGEGENTRETEN!
Am Tag nach dem Anschlag gab es in Henstedt-Ulzburg eine kraftvolle Demo mit 300 Menschen gegen rechte Gewalt und Naziterror.Die Betroffenen bedanken sich auf diesem Weg bei allen Menschen, die sich am Sonntag nach dem Anschlag sofort in Henstedt-Ulzburg zur spontanen Solidaritätsdemo trafen, sowie bei allen Gruppen, Initiativen und jeder/m Einzelnen, der/die auch weiterhin solidarische Grüße in die Welt und an sie senden.

GEGEN RECHTE GEWALT UND NAZITERROR!
In Vorbereitung auf die kommenden Wahlkämpfe kann auf keinen Fall Entwarnung gegeben werden, denn selbst wenn der Abwärtstrend der AfD anhalten sollte, so hat sie doch in wenigen Jahren dazu beigetragen, dass sich die extreme Rechte deutlich radikalisierte. Die Morde an Walter Lübcke, die Morde in Halle und in Hanau, die Bewaffnung und Radikalisierung der Rechtsextremen sowie der Coronaleugner*innen und nicht zuletzt der Anschlag hier in Henstedt-Ulzburg sind nur einige wenige von vielen, furchtbaren Resultaten aus knapp acht Jahren AfD. Es wird vor allem weiter von demokratischen und antifaschistischen Kräften abhängen, dass eine Brandmauer zur extremen Rechten gezogen und die AfD auch regional zurückgedrängt wird.

Solidarität mit den Betroffenen!Keine Räume! Keine Stimme! für die rechtsextremistische AfD!

Bitte achtet bei der Anreise zur Demo und auf der Heimfahrt auf die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln. Auch auf der Demo sind die Hygiene- und Abstandsregeln und das Tragen medizinischer Masken unbedingt einzuhalten.

Mehr als ein Jahr rechte Verschwörungsideolog*innen im Kreis Pinneberg

Wie in vielen anderen Orten und Kreisen haben sich auch im Kreis Pinneberg rechte Verschwörungsideolog*innen zusammengeschlossen.

Im Frühjahr/Sommer fanden regelmäßig an allen Samstagen Kundgebungen in Pinneberg vor der Drostei statt.

Auch in anderen Orten im Kreis sammelten sie sich, so z.B. in Wedel, Uetersen, Tornesch, Barmstedt und Quickborn.

Im Internet, in den sozialen Netzwerken und dort vor allem auf Telegram, wird sich organisiert.

In den regionalen Telegram-Gruppen werden nicht nur verschiedene Ideen zur Selbstversorgung und gärtnern geteilt sondern auch immer wieder antisemitische Inhalte vom Nazi Attila Klaus Peter Hildmann und von Nikolai Max Nerling alias „Der Volkslehrer“. Bezugspunkte gibt es auch zur QAnon-„Bewegung“ und deren Verschwörungsideologie.

Nazipropaganda bei Telegram Nazipropaganda bei Telegram

Die Sonnen-Apotheke in Uetersen, bekannt dafür das AfD und andere Nazipropaganda ausliegt, ist für einige aus dem Spektrum eine Anlaufstelle und man tauscht sich über Chlordioxidlösungen und deren Einnahmen aus. Mehr zur Apotheke gibt es u.a. hier: 1, 2, 3 und 4.

Werbung für Chlordioxidlösung in der Sonnen-Apotheke in Uetersen Werbung für Chlordioxidlösung in der Sonnen-Apotheke in Uetersen

An der Mobilisierung von „Querdenken“ z.B. nach Berlin beteiligten sich einige Verschwörungsideolog*innen und reisten selbst dorthin.

Bei den Veranstaltungen in Hamburg, zumeist organisiert von der Reichsbürgerin Selina Fullert, konnten immer wieder Teilnehmer*innen aus dem Kreis Pinneberg beobachtet werden.

Autokorso in Hamburg Autokorso in Hamburg

In der regionalen Presse wurde der losen Gruppe mehrmals Raum für ihre Thesen geboten. Während einer Kundgebung/Mahnwache organisiert von Jens Meske in Pinneberg, ließ sich Christina Chinery im Pinneberger-Tageblatt u.a. mit den Worten zitieren „Das sind braune Parolen der Antifa. Die Kommunisten beschimpfen uns.“

Jens Meske (ganz Rechts) und Christian Chinery mit Gitarre Jens Meske (ganz Rechts) und Christian Chinery mit Gitarre

Auch organisierte Faschisten aus der Region ließen sich von der Mobilisierungsfähigkeit, nach längerer Abstinenz, wieder auf die Straße locken. So beteiligten sich Alexander Jaeger und Simon Bork am gewalttätigen Aufmarsch im November (18.11.2020) in Berlin.

Oben Alexander Jaeger und unten Simon Bork am 18. November in Berlin Oben Alexander Jaeger und unten Simon Bork am 18. November in Berlin

Auch die faschistische AfD, besonders in Elmshorn versucht an die rechten Verschwörungsideolog*innen anzudocken. Bis heute gibt es jeden Montag in Elmshorn eine größere Gruppe von Esoterikfreaks, Coronaleugner*innen und anderen Menschenfeinden die sich in Elmshorn vor der Nikolaikirche und/oder Volksbank um 18 Uhr trifft. Ein weiteres Treffen gibt es jeden Freitag um 19 Uhr an der Drostei in Pinneberg.

Am letzten Freitag (07.05.2021) beim Treffenan der Drostei in Pinneberg, beteiligte sich auch der NPD-Hamburg-Landesvorsitzende Lennart Schwarzbach und bewegte sich im Einklang mit dem Mob aus Querdenker*innen, Verschwörer*innen und rechtsoffen Trotteln.

Lennart Schwarzbach (NPD-Hamburg bei der Drostei in Pinneberg/07.05.2021)
Lennart Schwarzbach (NPD-Hamburg bei der Drostei in Pinneberg/07.05.2021

Es zeigt sich, egal was für einen Namen und Anstrich sie sich geben, die sich in Diskussionen freudig, friedlich, gebenden Pandemie-Leugner*innen im Kreis Pinneberg sind eine zutiefst rechte Ansammlung an Menschenfeinden mit festen Verbindungen zur organisierten extrem rechten Szene.

Es ist und es bleibt, Kampf dem Faschismus!

Das neue Antifa Infoblatt (AIB) Nr. 130 ist da

Das neue Antifa Infoblatt (AIB) Nr. 130 ist da Ti­tel­the­ma der 130. Aus­ga­be des An­ti­fa­schis­ti­schen In­f­o­blatts ist: Rap & Politik. Wei­te­re The­men sind unter an­de­rem: Interview nach “vehicle attack” auf Antifas in Henstedt-Ulzburg, Zur Geschichte migrantischer Selbstorganisierung -Teil 1, Neonazi-Überfall auf das AJZ in Erfurt, 30 Jahre nach dem Mord an Samuel Yeboah in Saarlouis, 25 Jahre rassistischer Brandanschlag Lübeck, Frankreich: Verbote und Wahlkampf, Dänemark: Staatlicher Rassismus vor Gericht.

Erhältlich wie immer in den Läden eures Vertrauens ( Infoladen Schwarzmarkt, Schanzenbuchhandlung ) oder direkt beim AIB

17.04.2021 Henstedt-Ulzburg / Demo: HENSTEDT-ULZBURG WAR KEIN UNFALL! DEN RECHTEN TERROR STOPPEN

+++ DAS BÜNDNIS GEGEN RECHTS KREIS PINNEBERG HAT UNS MITGETEILT, DASS DIE DEMO AM SAMSTAG IN HENSTEDT-ULZBURG AUFGRUND DER COVID-19 PANDEMIE ABGESAGT WIRD: INFOS BEI .keine-stimme-den-nazis.org & segeberg-bleibt-bunt.org +++

Am 17. April 2021 ist es genau 6 Monate her, dass ein AfD-Sympathisant mit einem Pick Up in Henstedt-Ulzburg gezielt Antifaschist*innen auf dem Gehweg umgefahren hat. Bei diesem Anschlag wurden 4 Personen verletzt. Melvin S. hat bei dem Anschlag mindestens den Tod der Verletzten billigend in Kauf genommen, wenn nicht sogar beabsichtigt. Auch wir als Antifaschistische Initiative Kreis Pinneberg schließen uns dem Aufruf zur Demo in Henstedt-Ulzburg an und rufen dazu auf sich an der Demo zu beteiligen. Weiter möchten wir noch darauf hinweisen, dass sich die Betroffenen, die sich zur Zeit zum Teil noch immer in ärztlicher Behandlung befinden, sehr über Solidaritätsbekundungen jeglicher Art freuen, so möchten wir dazu aufrufen, vor allem für alle Menschen denen es u. a. auch wegen der Covid-19 Pandemie nicht möglich ist nach Henstedt-Ulzburg zu kommen, bei sich vor Ort Solidaritätsbekundungen für die Betroffenen der Auto-Attacke zu organisieren.

Hier der Aufruf von: Henstedter Bündnis für Demokratie und Vielfalt, Bündnis gegen Rechts Kreis Pinneberg, Initiative Segeberg-bleibt-bunt und Hamburger Bündnis gegen Rechts

HENSTEDT-ULZBURG WAR KEIN UNFALL! DEN RECHTEN TERROR STOPPEN

DEMONSTRATION AM 17. APRIL 2021, UM 14 UHR
START / ENDE: BAHNHOF HENSTEDT-ULZBURG

RÜCKBLICK:
Bei einer Protestkundgebung gegen eine AfD-Veranstaltung mit dem Parteivorsitzenden Jörg Meuthen am 17.10.2020 im Bürgerhaus in Henstedt-Ulzburg fuhr ein AfD-Sympathisant Antifaschist*innen auf dem Bürgersteig vor dem Kundgebungsgelände gezielt mit seinem Pick-up an und verletzte mehrere von ihnen.

ZUM ABLAUF:
Gegen 17.45 Uhr erschienen vier Männer, die bereits mit rechten Sprüchen und dem Kleben faschistischer Sticker aufgefallen waren, erneut bei der antifaschistischen Kundgebung vor dem Bürgerhaus, obwohl sie schon einmal durch die Polizei des Platzes verwiesen worden waren.Eine Ordnerin wurde auf sie aufmerksam, als sie auf einer Bank saßen und offensichtlich die Teilnehmer*innen der Kundgebung fotografierten/filmten. Sie verwies die Männer des Geländes und begleitete sie an eine Straße vor dem Kundgebungsgelände. Wenige Minuten später rasten zwei der Männer mit einem Pick-up auf einen Bürgersteig und fuhren zwei Demonstrant*innen an, die das Kundgebungsgelände verlassen hatten, um sich etwas zu trinken zu kaufen. Beide wurden bei dem Angriff verletzt.Danach beschleunigte der Fahrer weiter auf dem Bürgersteig und raste auf ein Paar zu, das ebenfalls die Kundgebung besucht hatte und sich gerade auf der Suche nach einem WC befand. Während sich der Mann zwischen zwei parkende Autos retten konnte, wurde die Frau von dem schweren Pick-up erfasst, als sie versuchte wegzulaufen. Sie erlitt schwere Verletzungen. Als einige aufgebrachte Demonstrant*innen am Tatort die Verhaftung des Fahrers forderten, gab ein herbeieilender Polizist völlig unvermittelt einen Warnschuss ab. Hierdurch gefährdete er umstehende Personen und riskierte eine Eskalation der Situation. Wir empfinden die spätere Darstellung der Polizei noch heute als völlig falsch! Die Polizei sprach in ihrer Pressemitteilung von Auseinandersetzungen zwischen Rechten und Linken, in deren Folge es zu einem „Verkehrsunfall“ kam. Für uns handelt es sich um einen rechtsradikalen, lebensgefährlichen Angriff auf Teilnehmer*innen der genehmigten Kundgebung, bei dem sowohl Fahrer als auch Beifahrer in Kauf nahmen, Menschen zu töten! Keine zwei Stunden nach den Geschehnissen war der Täter schon wieder auf freiem Fuß und bis heute ist keine Anklage gegen ihn erhoben worden! Für einen rechtsradikalen Hintergrund spricht, dass sich der Täter Melvin S. (19 Jahre) aus Föhrden-Barl, einem kleinen 300-Seelen Dorf im Kreis Segeberg, schon länger in einem faschistischen Umfeld aus „Identitäre Bewegung“, „Ein Prozent“ und AfD sowie deren Jugendorganisation „Junge Alternative“ bewegte. (Quelle: tatorthu.noblogs.org).

DAS AUTO ALS TATWAFFE?
Es ist kein neues Phänomen: Schon seit etlichen Jahren attackieren Neonazis Menschen, die ihrem Feindbild entsprechen, mit Autos, um sie schwer zu verletzen oder gar zu töten – sie nutzen das Auto als Waffe. Eine Waffe, die leicht zu beschaffen und jederzeit verfügbar ist.

WIE VERHIELT SICH DIE AFD NACH DER TAT? Der zum Kader der AfD gehörende Julian Flak aus Kaltenkirchen unterhält bei Instagram nachweisbaren Kontakt zum Täter. Flak verteilte eine Woche nach dem Anschlag in Henstedt-Ulzburg Flyer der AfD, in denen die Opfer verhöhnt wurden und in denen sich die AfD unter absoluter Verdrehung der Tatsachen zum Opfer linker Angriffe stilisierte. Eine bereits bekannte Vorgehensweise der AfD. Und der AfD-Landtagsabgeordnete Claus Schaffer erwähnte in einer Pressemitteilung den Angriff mit dem Pick-up mit keiner Silbe, beklagte aber, dass die Sicherheitsbehörden bei der AfD-Veranstaltung wegen der „gewaltbereiten Linksextremisten der Antifa“ die Lage teilweise nicht unter Kontrolle gehabt hätten. Angesichts der bis zu der Tat völlig ruhig abgelaufenen Kundgebung eine Lüge. So schürt man gezielt Angst und Vorurteile in der Bevölkerung!

DEN AFD-LÜGEN ENTGEGENTRETEN!
Am Tag nach dem Anschlag gab es in Henstedt-Ulzburg eine kraftvolle Demo mit 300 Menschen gegen rechte Gewalt und Naziterror.Die Betroffenen bedanken sich auf diesem Weg bei allen Menschen, die sich am Sonntag nach dem Anschlag sofort in Henstedt-Ulzburg zur spontanen Solidaritätsdemo trafen, sowie bei allen Gruppen, Initiativen und jeder/m Einzelnen, der/die auch weiterhin solidarische Grüße in die Welt und an sie senden.

GEGEN RECHTE GEWALT UND NAZITERROR!
In Vorbereitung auf die kommenden Wahlkämpfe kann auf keinen Fall Entwarnung gegeben werden, denn selbst wenn der Abwärtstrend der AfD anhalten sollte, so hat sie doch in wenigen Jahren dazu beigetragen, dass sich die extreme Rechte deutlich radikalisierte. Die Morde an Walter Lübcke, die Morde in Halle und in Hanau, die Bewaffnung und Radikalisierung der Rechtsextremen sowie der Coronaleugner*innen und nicht zuletzt der Anschlag hier in Henstedt-Ulzburg sind nur einige wenige von vielen, furchtbaren Resultaten aus knapp acht Jahren AfD. Es wird vor allem weiter von demokratischen und antifaschistischen Kräften abhängen, dass eine Brandmauer zur extremen Rechten gezogen und die AfD auch regional zurückgedrängt wird.

Solidarität mit den Betroffenen!Keine Räume! Keine Stimme! für die rechtsextremistische AfD!

Bitte achtet bei der Anreise zur Demo und auf der Heimfahrt auf die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln. Auch auf der Demo sind die Hygiene- und Abstandsregeln und das Tragen medizinischer Masken unbedingt einzuhalten.

20.März 2021: Kundgebung gegen rechte Gewalt und Rassismus in Hainholz

Heute haben wir uns im Elmshorner Stadtteil Hainholz versammelt, um ein Zeichen gegen Nazi-Terror, rechte Gewalt und Rassismus zu setzen.

Mehr als 100 Menschen haben sich an der Kundgebung beteiligt.

In den letzten Wochen ist es zu rassistischen Übergriffen im Stadtteil gekommen, die ihren Ausgangspunkt beim NPD-Vorstandsmitglied Steven Trapke haben. (taz)

Eine Versammlung vor seinem Block Rethfelder Ring 1 bewerten wir als richtiges Signal.

Mit der Kundgebung konnte an die Betroffenen der rassistischen Übergriffe ein Zeichen der Solidarität gesendet werden und an die Nazis, dass wir in Hainholz – Elmshorn, im Kreis Pinneberg keinen Nazi-Terror, rechte Gewalt und Rassismus dulden werden.

In mehreren Redebeiträgen wurde deutlich gemacht, dass mit Worten zuerst der Boden für folgende Taten bereitet wird. Dafür wurde nicht nur Steven Trapke, sondern auch die Hetzer*innen aus der AfD in die Verantwortung genommen.

Weiterhin haben wir heute auch den acht Opfern (Delania Ashley Yaun, Paul Andre Michels, Xiaojie Tan, Daoyou Feng, Hyun Jung Grant, Soon C. Park, Suncha Kim, Yong A. Yue) der frauenfeindlichen und anti-asiatischen tödlichen Attacke von Atlanta gedacht.

Vielen Dank an alle die heute diese antifaschistische Kundgebung möglich gemacht haben!

Alle zusammen gegen den Faschismus!