Am 23.06.2026 versammelten sich auf dem Holstenplatz rund 60 Antifaschist*innen, um ihre Solidarität mit dem in Göttingen angegriffenen und um sein Leben kämpfenden Antifaschisten zu zeigen.

In mehreren Redebeiträgen, u.a. vom Sozialen Zentrum Norderstedt, Autonome Antifa Elmshorn und uns wurde sich mit dem Betroffenen solidarisiert.
Das SZ Norderstedt betonte noch einmal in ihrer Rede, das genau Räume wie ihre extrem wichtig für die antifaschistische Arbeit sind. Austauschen, lernen und organisieren. So findet dort jeden 4. Montag im Monat das Offene Antifa Treffen dort statt.
Im Redebeitrag der Autonomen Antifa Elmshorn wurde auf den staatlichen Umgang mit der rechten Gewalttat hingewiesen.
Der Neonazi Max Dillmann, der von Antifaschist*innen als Täter identifiziert wurde, wurde zwar kurzzeitig festgenommen, befand sich aber kurze Zeit später wieder auf freiem Fuß.
Im Redebeitrag von uns machten wir noch einmal deutlich, auch in Schleswig-Holstein bereitet sich die AfD und ihr Umfeld auf Auseinandersetzungen und Angriffe auf politische Gegner*innen vor.
Auch das Mitführen und der Einsatz von Messern wird propagiert.
Explizit tut dieses das AfD-Mitglied und Blogbetreiber Ole Heyn.
Auch der extrem Rechte Internetaktivist Jan Hoyer aus Norderstedt propagiert auf seinen sozialen Kanälen, das herbeiführen einer „Notwehr-Situation“ mit dem potentiell tödlichen Einsatz eines Messers.
Weiter betonten wir „Es ist nicht das erste Mal, das Neonazis zum Messer als Waffe in Göttingen greifen.
In der Silvesternacht auf den 1. Januar 1991 wurde Alexander Selchow von zwei Neonazis in Rosdorf (Landkreis Göttingen ) erstochen.
Die Neonazis attackierten ihn, weil sie politisch Andersdenkende mit Gewalt einschüchtern wollten.
Die beiden Täter, die Alexander erstochen haben, waren, wie der mutmaßliche Täter heute, erst 17 Jahre alt.
Bis heute wird der Mord nicht als extrem rechter Mord anerkannt!
Für uns heißt es weiterhin:
“Einmischen, gerade machen für eine bessere Welt für alle und gegen die Attacken auf unser Leben.“
Dokumentieren möchten wir noch die Soli-Statements die uns von befreundeten Gruppen erreichten und wir verlesen haben.

“Hello dear comrades,
We send our message of solidarity from Geneva with antifascists in Gottingen after this fascist knife attack.
In Geneva, we also had comrades stabbed by neonazis. We know that the best answer against nazi terror is popular self-defense. Against fascist violence, we must hold the line. We stand with you as a united international front : an attack against you is an attack against us. We share the same struggle and we will share the same victory against the forces of reaction.
Vive l’autodéfense populaire!
Hoch die internationale solidarität!”
AFA Genève
“Liebe Freundinnen und Antifaschistinnen!
An Tagen wie diesen wird uns einmal mehr gezeigt, warum unsere Arbeit – die Antifaschistische Aktion – so wichtig ist und wichtig bleibt!
Wenn Rechte versuchen mit Gewalt ihren Raum zu erschaffen, Andersdenkende angreifen und sogar lebensgefahrliche Verletzungen in Kauf nehmen, dann bedeutet das umso mehr, dass ein starker gesellschaftlicher Gegenwind entstehen muss, um uns und andere zu schützen, um Nazis klar zu zeigen, dass es keinen Platz gibt für ihre menschenverachtende Art. Nicht in Göttingen – nicht in Elmshorn, nicht in irgendeiner Stadt!
Wir, vom Entropia Kollektiv in Montreal, sind zwar einen Ozean entfernt von euch, aber wir stehen fest an eurer Seite!
Wir wünschen dem Genossen baldige Genesung und hoffen, dass so etwas sich nicht wiederholt. Passt auf euch auf, steht fest zusammen und lasst euch nicht einschüchtern!
Euer Entropia-Kollektiv
Montreal-Kanada“
Entropia-Kollektiv
“We have received with concern the news of a new neo-Nazi attack against a comrade in Göttingen, and we want to send all our support and affection from Spain to him and all his comrades and family. Neo-Nazi violence cannot go unpunished, nor must we normalize it. The rise and acceptance by a segment of society of far-right hate speech within institutions, as well as their relentless campaign to criminalize anti-fascism, should challenge us all, and we must take a stand to guarantee everyone’s rights and stop this new reactionary wave. We hope for his speedy recovery and reaffirm our commitment to the anti-fascist struggle, more urgent and necessary than ever. NO PASARAN!!“
Miguel Ramos
Liebe Genoss*innen,
Auch wir sind traurig und erschüttert über die Neuigkeiten, die uns aus Deutschland erreichen. Traurig zwar, aber keineswegs überrascht. Dass faschistische Angriffe wieder zunehmen und in ihrer Gewalt immer weiter verrohen, überrascht uns nicht. In Frankreich wie in Deutschland sehen wir seit Jahren die Symptome: die Omnipräsenz reaktionärer und vor allem rassistischer Diskurse in Medien und Politik, die Wahlerfolge profaschistischer Parteien, aber auch die zunehmend autoritäre und zwanghafte Art westlicher Staaten, auf innere Krisen und die Infragestellung der imperialistischen Hegemonie zu reagieren.
Plötzlich muss sich Antifaschismus öffentlich rechtfertigen und wird von Budapest bis Lyon durch Europa gejagt und mit schwerer Repression überzogen. Kein Wunder also, dass sich faschistische Gruppen wie vereinsamte Internet-Nazis plötzlich im Recht und gesellschaftlich darin bestärkt sehen, ihren Kampf gegen Linke auf die Straße zu tragen.
Die neue Realität junger Faschisten ist es, am gleichen Tag den Wahlkampf der AfD oder RN zu unterstützen und dann abends Linke oder Migranten zu jagen. Ihre neue Realität ist es, sich auf die Polizei verlassen zu können, wenn die wohlverdiente Gegenwehr sie auf der Nase trifft. Die Polizei ist mehr als nur die zweckmäßig Verbündete der Nazis: Sie ist im Zweifel auch deren mächtigste und gewalttätigste Miliz. Als Antifaschistinnen haben wir die Aufgabe, diese Realität unmöglich zu machen. Dieses Wochenende hat ein Faschist zugestochen mit der Absicht, einen von uns zu töten. Deshalb antworten wir alle gemeinsam mit Entschiedenheit, dass wir den Faschisten keine Ruhe lassen werden: Weder auf der Straße, noch im Internet, noch sonst irgendwo. Auch in Paris stehen wir solidarisch hinter dem verletzten Genossen – mit seiner Familie und allen, die an seiner Seite kämpfen. Wir hoffen, dass er schnell wieder auf den Beinen ist. Wir wünschen den Genossinnen vor Ort viel Kraft und Erfolg dabei, die Faschos in die Schranken zu weisen. Lasst uns daran keinen Zweifel haben: Wir werden siegen, während sie auf den Müllhalden der Geschichte landen.”
Action Antifasciste Paris Banlieue

Nachdem die Kundgebung beendet und aufgelöst war, machten sich einige Antifaschist*innen mit einer spontanen Demonstration,
selbstbestimmt auf den Weg durch Elmshorn.

Antifaschistischen Selbstschutz organisieren!
Solidarität mit den angegriffenen Antifaschisten in Göttingen!
Werde schnell wieder gesund! – Viel Kraft aus dem Kreis Pinneberg!