Elmshorn 2026: Hanau ist überall

Am 19.02.2026 beteiligten sich rund 40 Personen an der Gedenkkundgebung für die Betroffenen des rassistischen Anschlags in Hanau. In mehreren Redebeiträgen wurden die Forderungen nach Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung und Konsequenzen betont.

Wie richtig und wichtig es ist gegen Rassismus und die extrem Rechte auch in Elmshorn auf die Straße zu gehen zeigte ein Vorfall am Rande, wo eine Person nach Pöbeleien und einem Hitlergruß von den Cops festgesetzt wurde.

Folgend unser Redebeitrag:

„Moin! Schön das ihr alle da seid und wir gemeinsam
Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoglu, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov und Ibrahim Akkuş erinnern und gedenken!

Wir beginnen mit einen Blick weit in die frühen 80er Jahre.

Am 1. Juli 1982 erschien im „Heimatspiegel“, einer Regionalzeitung aus Norderstedt, ein Leserbrief mit dem Titel


„Ich fürchte, dies war erst ein furchtbarer Anfang.“


Der Brief bezog sich auf den rassistischen Mord an Tevfik Gürel der in der Nacht vom 18. auf den 19. Juni 1982 in der De-Gaspari- Passage im Herold Center angegriffen wurde. Tevfik Gürel verstarb 3 Tage später, am Nachmittag des 21.06.1982 auf der Intensivstation des Heidberg-Krankenhaus.

Diese Befürchtungen aus dem Leserbrief haben sich leider bewahrheitet!

Seit 1945 wurden mehr als 300 Menschen von Faschist*innen ermordet.

Das Jahr 1980 markiert dabei einen brutalen Höhepunkt rechten Terrors und Gewalt in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. In diesem Jahr entlud sich das gefährliche Potenzial der neonazistischen Kräfte, die sich seit dem Ende des Nationalsozialismus neu aufgestellt hatten.

In Hamburg wurden bei einem Brandanschlag in der Halskestraße
Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân ermordet. Auf das Oktoberfest in München wurde ein rechter Bombenanschlag mit 12 Toten verübt, in Erlangen wurden Shlomo Lewin und Frida Poeschke ermordet.

Mit dem Ende der 1980 Jahre ist es dann zu einer regelrechten Welle an rechter und rassistischer Straßengewalt gekommen.

Es kam zu unzähligen Opfern die verletzt und traumatisiert wurden sowie zu vielen ermordeten Menschen.

Ein Ende dieser Gewalt ist bis heute nicht in Sicht!

Wir alle wissen vom nicht aufgeklärten NSU-Komplex, vom rassistischen Attentat auf das Olympia-Einkaufszentrum in München durch einen AfD-Fan, dem Mord an Walter Lübcke durch einen AFD Helfer, dem antisemitischen und rassistischen Attentaten in Halle und an Hanau, welches sich heute zum 6 Mal jährt und wenn wir in unser Umland schauen den rechten und rassistischen Tötungsversuch von einen AfD-Mitglied in Henstedt-Ulzburg auf vier Antifaschist*innen.

Diese Gewalt passiert nicht in einem luftleeren Raum, diese Gewalt ist auch die Antwort auf rassistische Hetze und ein ständiges gesellschaftliches nach unten treten. Diese Hetze kommt schon lange nicht mehr nur aus extrem rechten Kreisen, erst Personen wie Thilo Sarrazin und Boris Palmer haben sie mittlerweile mehrheitsfähig gemacht.

Wir vergessen auch nicht, wie der vergessliche ehemalige Kanzler Olaf Scholz mit seinem Zitat „Wir müssen endlich im großen Stil abschieben“, auf dem Spiegel-Cover erschienen ist. Auch nicht das der heutige Kanzler Friedrich Merz rassistische Hetze betreibt. Hier sei nur an seine „Stadtbild“ Aussage erinnert.

Ob NSU, Halle, Hanau von der Politik gab es immer warme Worte ohne Konsequenzen!

Es ist und es bleibt!
Wenn wir nicht geschützt werden, schützen wir uns selber!
Es wird weiterhin unsere Aufgabe sein diesen rechten Terror zu beenden! Sei es in der Schule, in den Unis, im Büro, auf dem Bau, in der Kneipe – wir werden uns weiter einmischen und die Diskursverschiebung nach Rechts nicht tatenlos annehmen.

Das sind wir auch allen Opfern und deren Angehörigen schuldig!

Wir sind solidarisch mit allen Betroffenen von rechter Gewalt.

Wie Ferhat Unvar schrieb: „Tot sind wir erst, wenn man uns vergisst“ – wir vergessen euch nicht!

Say their names:

Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoglu, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov und Ibrahim Akkuş!“

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